Neun in einer staubigen Schachtel vergessene Notizbücher haben die Identität von Detective X aufgedeckt, dem kriminalpolizeilichen forensischen Genie der 1930er Jahre.
NISTWilmer Souder oder "Detective X", April 1935.
Die Identität von Detective X - dem geheimen Verbrechensbekämpfer, der der Polizei geholfen hat, im Laufe der Jahrzehnte Dutzende von Fällen mit Hilfe wegweisender Wissenschaft zu lösen - wurde endlich enthüllt.
Sein Name ist Wilmer Souder und er war ein Physiker der 1930er Jahre, der beim National Bureau of Standards, dem Vorgänger des National Institute of Standards and Technology (NIST), arbeitete.
Laut National Geographic spezialisierte er sich darauf, Dinge sehr, sehr genau zu messen, eine Fähigkeit, die sich als nützlich erwies, wenn es darum ging, Expertenaussagen auf dem aufkeimenden Gebiet der investigativen Forensik abzugeben.
Aus Angst vor Repressalien und aus Angst, seine Familie zu gefährden, bestand Souder darauf, seine Zeit bei Polizeibehörden im ganzen Land geheim zu halten, während er seinen Job erledigte.
Das bedeutet nicht, dass er bei der Aufklärung von Verbrechen nicht produktiv und brillant war. Zum Beispiel hat Souder einmal festgestellt, wer 1932 den kleinen Sohn des Fliegers Charles Lindbergh entführt hat, indem er die Handschrift auf dem Lösegeldschein analysiert hat, berichtet National Geographic. Zu dieser Zeit war diese Art der Analyse eine revolutionäre Idee, die sich niemand hätte vorstellen können.
Der Lindbergh-Fall ist tatsächlich, wie Souders Doppelleben als Detective X ans Licht kam. Souder ist innerhalb des NIST für die Gründung des Forschungsprogramms für Dentalmaterialien bekannt, aber seine Biografie enthält eine Bemerkung, die die Suche nach dem Lindbergh-Baby unterstützt.
Dieses Faktoid machte Kristen Frederick-Frost, die Kuratorin des NIST-Archivs, sehr neugierig.
"Warum in aller Welt sollte jemand wie er in den Fall Lindbergh verwickelt sein?" Frederick-Frost erzählte National Geographic. "Das ergab keinen Sinn… Sie tun nichts und sind dann plötzlich in einen der größten Fälle des Jahrhunderts verwickelt?"
Frederick-Frost entdeckte schließlich neun Notizbücher, die Souder gehörten, in einer vergessenen Schachtel im Archiv der Agentur.
Wie so oft beim Vorbesitzer haben diese Notebooks das Detective X-Gehäuse mühelos weit aufgerissen.