Forscher glauben, dass der Hai seinen rotierenden Kiefer entwickelt hat, um dem Nachwachsen der Zähne Rechnung zu tragen.
Christian Klug / UZHTDie Ferromirum oukherbouchidates lebten vor 370 Millionen Jahren auf der Erde.
Wissenschaftler haben die Überreste eines prähistorischen Hais entdeckt, der einst in den Gewässern des heutigen Marokko lauerte. Eine neue Studie über die Haifossilien legt nahe, dass sie die schreckliche Fähigkeit besaßen, ihren Kiefer zu drehen, wo eine versteckte Reihe scharfer Zähne nach außen ragte, als sich sein Mund öffnete, um sich zu ernähren.
Laut Live Science lebte dieser prähistorische Hai namens Ferromirum oukherbouchidates vor 370 Millionen Jahren. Es war ein wildes Raubtier des Ozeans mit einem beweglichen, schlanken Körper von etwa 13 Zoll Länge. Es hatte eine kurze dreieckige Schnauze mit ungewöhnlich großen Augen, deren Umlaufbahnen etwa 30 Prozent der Gesamtlänge seiner Gehirnschale einnahmen.
In einer im November 2020 in der Fachzeitschrift Communications Biology veröffentlichten Studie untersuchten die Forscher Schädel und Kiefer des prähistorischen Hais mithilfe der Computertomographie (CT) und erstellten anschließend ein 3D-Modell für physikalische Tests. Sie fanden einige interessante Dinge aus ihrem Studium.
Frey et al. Wissenschaftler verwendeten fortschrittliche CT-Scans, um ein 3D-Modell des ausgeprägten Kiefers des Hais zu erstellen.
Der größte Unterschied, den Forscher zwischen den F. oukherbouchidates und ihren heutigen Brüdern fanden, war ihre einzigartige Zahnstruktur. Moderne Haie verlieren leicht jeden Zahn, der durch ihren mächtigen Biss abgenutzt ist, und wachsen schnell einen neuen Zahn an seiner Stelle.
Aber die Kiefer des prähistorischen Hais waren völlig anders. Immer wenn der prähistorische Hai einen seiner Zähne verlor, spross ein neuer Zahn in einer Reihe auf der Innenseite des Kiefers neben den älteren Zähnen. Ihr neuer Zahn wuchs nicht nach oben, sondern krümmte sich nach innen zur Zunge des Hais und drückte seine Zahnreihe im Wesentlichen flach, wenn sein Mund geschlossen war.
Wenn der prähistorische Hai sein Maul öffnete, bog sich der Knorpel im hinteren Teil des Kiefers, so dass die Seiten des Kiefers nach unten „gefaltet“ und die neueren, schärferen Zähne nach oben gedreht wurden. Dies ermöglichte es dem prähistorischen Hai, mit möglichst vielen Zähnen einen bemerkenswert tödlichen Biss in seine Beute zu stechen.
Wenn sich der Kiefer des Hais wieder schloss, drückte die Kraft seines Kiefers Meerwasser und seine Beute in Richtung Hals, während sich gleichzeitig seine scharfen neuen Zähne nach innen drehten, um seine Beute zu fangen. Diese schreckliche Fütterungsmethode ist als Saugfütterung bekannt.
„Durch diese Drehung wurden die jüngeren, größeren und schärferen Zähne, die normalerweise zur Innenseite des Mundes zeigten, in eine aufrechte Position gebracht. Dies erleichterte es den Tieren, ihre Beute aufzuspießen “, sagte Linda Frey, Hauptautorin der Studie und Doktorandin am Institut für Paläontologie und Paläontologisches Museum der Universität Zürich in der Schweiz.
PixabayDer F. oukherbouchi konnte verlorene Zähne nicht so schnell nachwachsen wie moderne Haie.
Die bemerkenswerte Bewegung des Kiefermusters, so schrieben Wissenschaftler, war anders als alles, was jemals in einem lebenden Fisch gefunden wurde.
Eine lebende Haiart, die eine ähnlich schockierende Kieferfunktion hat, ist der Koboldhai, der seinen Kiefer ausdehnen und zurückziehen kann, um auf ahnungslose Beute zu stürzen. Aber die skurrile Fähigkeit des Goblinhais würde dem wilden Fütterungsverhalten der F. oukherbouchidates immer noch nicht gewachsen sein .
Dieser rotierende Kiefer verschwand mit der Entwicklung moderner Haiarten, die mit einem schnellen Nachwachsen der Zähne ausgestattet waren.
Die Entdeckung hat Forschern eine wichtige Gelegenheit gegeben, die biologischen Kieferfunktionen bei frühen Chondrichthyanen, der Tierklasse, die Haie, Schlittschuhe und Rochen umfasst, besser zu verstehen.
Die neue Studie könnte Wissenschaftlern auch helfen, zu verstehen, wie diese spezielle Kombination aus Kieferbewegung und Zahnplatzierung über den Stammbaum der Haie verteilt war, und herauszufinden, wie sich die Zahncluster unter modernen Haiarten entwickelten.